Viererzug

 

 

Bronzenes Fahrabzeichen für Vierspänner

Ab sofort gibt es die Möglichkeit, auch ein Fahrabzeichen der Klasse III für Vierspänner abzulegen. Zugelassen sind Bewerber, die mindestens ein Jahr im Besitz des Bronzenen Fahrabzeichens (Klasse III) für Zweispänner sind. Mit der neuen Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung (APO) waren im vergangenen Jahr die Deutschen Fahrabzeichen neu strukturiert worden. "Es hat sich gezeigt, dass der Schritt vom Bronzenen Abzeichen Zweispänner zum Silbernen Abzeichen Vierspänner doch sehr groß ist und die Ausbildungsgespanne und -betriebe in der Qualität nicht immer ausreichen.

Da aber das Silberne Abzeichen Voraussetzung für Turnierfachleute und Ausbilder ist, wollten wir die Anforderungen dafür nicht wieder zurückschrauben und haben deshalb eine Zwischenstufe geschaffen", erläuterte Bundestrainer Ewald Meier Meißenheim). Das Bronzene Fahrabzeichen (Klasse III Vierspänner) besteht - wie die anderen Abzeichen auch - aus einem praktischen und einem theoretischen Teil.

Der Vierspänner wird auf dem Platz und auf der Strasse gefahren und in einer Dressurprüfung der Klasse A vorgestellt. In der Theorie wird neben den allgemeinen Kenntnissen zum Pferdesport, der Pferdehaltung, der Geschirrlehre und der Arbeit mit der Longe vor allem die Fahrlehre mit dem Vierspänner abgefragt. In jeder Teilprüfung muss mindestens die Wertnote 5,0 erreicht werden.

Lehrgänge und Prüfungen für das Bronzene Fahrabzeichen Klasse III Vierspänner können ab sofort als Pilotprojekte angeboten werden. Der Lehrgangsleiter muss mindestens die Qualifikation Trainer A/Fahrlehrer haben. Weitere Informationen: Deutsche Reiterliche Vereinigung, Abteilung Ausbildung, Telefon 02581/6362-177.


 

 

Was ist beim Aufschirren eines Viererzuges zu beachten

Wichtig ist es die Vorderpferde werden genauso aufgeschirrt wie die Stangenpferde. Bei letzteren ist darauf zu achten, dass in den Kammdeckeln anstelle der Aufsatzhaken die Mittelschlüssel zur Führung der Vorderleine eingeschraubt wurden. An den Fahrzäumen der Stangenpferde müssen jeweils außen die Viererringe in den Kehlriemen mit eingeschnallt werden. Die Leinen der Vorderpferde werden wie bei den Stangenpferde eingezogen.

Das lange Handende der Vorderleine fasst man etwas vor der Mitte und schlauft es durch Leinenschlüssel und Leinenauge von hinten nach vorne ein, um es dann so weit durchzuziehen ,bis man es unter dem Kehlriemen der Vorderpferde ein Stück durchschieben kann. Nun werden die Vorderpferde, nachdem die Stangenpferde schon vor dem Wagen stehen, angespannt. Dieses geschieht folgender Maßen: Zunächst wird das Vorgehänge in den Viererhaken der Deichsel eingehängt und durch ein Riemchen gesichert.

Dabei handelt es sich entweder um eine Postwaage oder um eine Vorwaage mit zwei einzelnen Ortscheiden. Dann werden die Vorderpferde paarweise oder einzeln davor- gestellt. Nachdem die Innenleinen jeweils gegenüber eingeschnallt sind, zieht man rechts und dann links die Handenden der Vorderleine nach hinten heraus, führt sie durch die Viererringe am Kopfstück der Stangenpferde und durch die Mittelschlüssel der Kammdeckel. Das rechte Handende wird sofort zum linken Stangenpferd herübergeworfen und mit dem Handende zusammen geschnallt. Das Ablegen unter der Oberblattstrupfe erfolgt genau wie vorher bei der Stangenpferdeleine. Nun werden zuerst die äußeren und dann die inneren Vorderstränke am Vorgehänge befestigt.

Was versteht man unter der Zugrichtung bei einem Viererzug ?

Unter der Zugrichtung bei einem Viererzug versteht man : Die gerade Verbindung von der Brust der Vorderpferde bis zum Deichselhaken, die sich bei anstehenden Vordersträngen ohne einen Winkel in die Wagendeichsel fortsetzen soll. Für gute Zugleistung ist eine gerade Zugrichtung wünschenswert. Sie ist jedoch abhängig von der Größe der Vorderpferde und der Höhe der Deichselspitze. Am besten lässt sie sich in Kumtanspannung englischen Stils erreichen.

Vermessen der Leinen beim Viererzug

Das vermessen der Leinen bei einem Viererzug erfolgt folgender Maßen: Der Fahrer nimmt wie beim Zweispänner neben dem linken Stangenpferd Aufstellung und legt sich nacheinander die Stangenpferde und die Vorderleinen so über den linken Unterarm, dass die Leinenenden zu seinem Körper hin herabhängen. Sie sind so zu ordnen ,dass die Stangen- pferdeleinen näher zum Handgelenk und die Vorderleinen mehr zum Ellenbogen hin liegen. Dann werden die Leinen der Stangenpferde genauso vermessen ,wie beim Zweispänner. Jedoch übernimmt die linke Hand die beiden Leinen sodass sich nur der Mittelfinger dazwischen schiebt, die linke Hinterleine darüber ,die rechte darunter. Nun werden die Vorderleinen zueinander verpasst, wobei die Ansatzstücke die Rolle der Kreuzschnallen übernehmen. Der Zeigefinger der linken Hand schiebt sich so zwischen die Vorderleinen, dass die linke darüber liegt, die rechte darunter, also unmittelbar auf der linken Stangenleine. Sämtliche Friesen sollten beim Vermessen der Leine so entspannt stehen, dass die Zugstränge leicht durchhängen.

 

Die Grundhaltung beim Vierspännigfahren

Wie nach dem Leinenaufnehmen liegt die linke Vorderleine über dem linken Zeigefinger, die rechte Vorderleine über der linken Hinterleine zwischen Zeigefinger und Mittelfinger und die rechte Hinterleine unter dem Mittelfinger.In der linken Hand liegen also alle vier Leinen mit der Haarseite nach oben übereinander und werden von den drei unteren Fingern der linken Hand gut festgehalten, während Daumen und Zeigefinger locker geöffnet sind.

Gebrauchshaltung + Dressurhaltung Vierspännig !

Folgendermaßen geht man vierspännig in die Gebrauchshaltung über: Die linke Hand hält alle vier Leinen unverändert in der Grundhaltung. Während Daumen und Zeigefinger der rechten Hand die festhalten, werden die beiden unteren Finger abgespreizt, und der Mittelfinger bleibt ausgestreckt stehen. Nun fasst die rechte Hand dicht vor der linken von oben in die Leinen , indem Ringfinger und kleiner Finger die beiden rechten Leinen wie eine Leine umschließen, während der Mittelfinger die beiden linken Leinen teilt und dabei die linke Stangenleine umschließt , während der Zeigefinger der rechten Hand die linke Vorderleine umschließt. Beim Vierspännigfahren ist die Gebrauchshaltung zur Entlastung und Unterstützung der linken Hand auf den Geraden besonders wichtig. Zur Dressurhaltung:!! Beim Vierspännigfahren gibt es keine Dressurhaltung, weil die rechte Hand ständig zur Entlastung der linken Hand benötigt wird, wenn sie sich nicht als Zubringer aller Schleifen und Griffe aus der Gebrauchshaltung herausgehen muss.