Zuchtmethoden
Die Zucht dient der Erhaltung der Qualität einer Rasse und ihrer Vervollkommung. Die bekannten Zuchtmethoden dienen in erster Linie zur Existenz- und Weiterentwicklung der einzelnen Rassen, um die erwünschten Eigenschaften zu erreichen. Ferner dienen sie zu der Selektion nach dem Zuchtwert.
Das Ziel einer jeden Friesenzucht ist es, durch die Zusammenstellung geeigneter Paare (Zuchtzusammenstellung ) uns anschließender Auswahl ( Selektion ) rassetypische Merkmale zu festigen. Wir verfolgen unsere Zuchtziele seit mehreren Jahrzehnte und es ist immer wieder interessant zu beobachten, welche Ergebnisse man erhält.
Die Gründerhengste der drei Hauptlinien
Nemo 51 (Geb. 1885), auf ihn gehen alle Friesenhengste des Stammbuches zurück.
Heute existieren nur noch 3 Haupthengstlinien, Tetman 205 (1956) (gesplittet in 2 Zweige, Mark 232 pref. und Jarich 226), Age 168 (1942) und Ritske 202 pref. (1955).
Heute werden die Hauptstämme sogar noch weiter unterteilt. Man spricht vom Hearke-Trakt (v. Mark 232 pref.), Reitse-Trakt (v. Hearke 254 pref.) oder vom Jochem-Trakt (Mark 232 pref.), da diese Hengste viele gekörte Söhne haben.
Es sind "Nachfahren" von Tetman 205. Ein weiterer berühmter Zweig ist der Oege 267-Trakt. Auch dieser Hengst führt über Jarich 266, den Halbbruder von Mark 232 pref. das viel gelobte Tetman-Blut.
Aber bitte vergessen Sie die anderen Linien nicht, auch sie haben rares Blut, welches nicht "vergossen" werden sollte.
Fast 4/5 aller Friesenpferde stammen aus der erfolgreichen und leistungsstarken Tetman-Linie.
man unterscheidet:
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Linienzucht
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Reinzucht
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Inzucht
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Kreuzungszucht
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Zuchtstamm
Linienzucht
Die Linienzucht stellt eine Kombination zwischen Inzucht und Kreuzungszucht dar und setzt eine Teilung der Population in verschiedene Teilpopulationen, somit Zuchtrichtungen voraus. Dabei baut man auf zwei nicht verwandte, aber in den Merkmalen übereinstimmende Inzuchten auf. In beiden Linien werden also nahe verwandte Friesen rückgekreuzt. So z.B. Tochter auf Vater oder Enkel auf Großvater. Dabei erlangt man eine Reinerbigkeit für möglichst viele erzielenswerte Eigenschaften. Da wären zu nennen die Steher + Fliegerpopulation, Vielseitigkeitspopulation, Dressurpopulation und die Springpopulation.
Reinzucht
Die Reinzucht beschreibt die Zucht innerhalb einer Population oder Rasse, z.B. den Isländern, dem englischen Vollblut, oder dem arabischen Vollblut. Bedingt dadurch bleiben die rassetypischen Merkmale erhalten, die Homozygotie nimmt zu und die Merkmalsvarianz nimmt ab.
Es gibt allerdings auch Nachteile zu nennen, so z.B. das der Zuchtfortschritt nur langsam voran geht und man daher es den veränderten Marktbedingungen / -anforderungen anpassen kann.
Die Reinzucht ist eine der sichersten und risikoärmsten Zuchtmethoden, wobei die Blutauffrischung dazu gehört. Sie findet ihren Einsatz, wenn die Population verwandtschaftlich eingeengt ist. In solchen Situationen wird durch die Hereinnahme von Hengsten anderer Populationen dazu beigetragen, dass diese aufgefrischt wird und gleichzeitig für die Erzeugung von Vatertieren dient. Dieses erreicht man z. B. mit Vollblütern, Vollblutarabern oder Angelo Arabern. Die Reinzucht in offenen Populationen (Paarung von nicht verwandten Pferden ) ist dagegen unbedenklich.
Inzucht
Unter dem Begriff Inzucht versteht man im allgemeinen die bevorzugte Paarung zwischen relativ Blutsverwandte. Die Inzucht beschreibt die Paarung verwandter Pferde bis hin zur sechsten Generation. Bei der Inzucht sind die Pferde vererbungssicherer bei der Fremdpaarung. Den Grad der jeweiligen Inzucht kann man mittels eines Inzuchtkoeffizienten schätzen. Eine der wesentlichen Voraussetzungen bei der Pferdezucht. Die genannte Zuchtmethode sollten den absoluten Profis vorbehalten bleiben und nicht zur Regel werden, da sonst die genetische Vielfalt nicht mehr gegeben ist.
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Inzestzucht ist die Zucht 1. und 2. Generation z.B. Eltern x Kinder, Geschwisterpaarung
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Enge Inzucht ist die Zucht 3. und 4. Generation z.B. Onkel x Nichte, Vetter x Base
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Mäßige Inzucht ist die Zucht 5. und 6. Generation z.B. ferne Verwandte
Beispiel: gewollt: Araber, gezwungen Friese, Rückzüchtung des Tarpans
Kreuzungszucht
Mit der Zucht über viele Jahre mit der Form der Inzucht kann es plötzlich zu Rückschlägen ( Reduktionen ) kommen, bezüglich der Leistung, Krankheitsanfälligkeit u. a. Um dieses zu unterbinden ist man gefordert, fremde Vererber einzubringen. Dabei achtet man darauf, dass das Einkreuzungspferd die bevorzugten Merkmale bereits über mehrere Generationen erworben hat. Bedingt durch die Einkreuzung und damit verbundene Einbringung neunen Erbmaterials erzielt man eine Leistungs- und Vitalitätssteigerung. Der Zeitpunkt für eine Einkreuzung sollte nicht erst beim Erkennen von Inzuchtschäden erfolgen. Als Faustregel gilt ein Zuchtzeitraum von 4 - 5 Jahren.
Unter dem Begriff Kreuzungszucht versteht man aber auch die Kreuzung von Pferden verschiedenster Rassen. Die genannte Zucht wir in drei Rubriken unterteilt:
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Veränderungskreuzung
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Kombinationskreuzung
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Veredlungskreuzung
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Gebrauchskreuzung
Zuchtstamm
Durch die Anwendung der oben genannten Zuchtmethoden erzielt man in der Friesenzucht über Jahre einen eigenen Zuchtstamm, auf den wir besonders stolz sind. Wichtig dabei ist, dass man jederzeit den Ursprung der Zucht zurückverfolgen kann, um Einfluss nehmen zu können und unerwünschte Zuchtergebnisse zu vermeiden.