Die Stallapotheke

Eine Stallapothekenkiste oder Schrank gibt es nahezu in jedem Stall. Leider enthält diese wichtige Einrichtung häufig nur eine Sammlung von angebrochenen und / oder abgelaufenen Medikamenten und Salbenresten, ausgelaufenen Flüssigkeiten und Verbandsresten. Eine Stallapotheke muss für den Benutzer auch zugänglich sein. Wir haben hier die grundsätzlichen Bestandteile einmal aufgeführt, die jeder noch selbstständig ergänzen kann.
 
Dem Friesen Medikamente einflößen

Jeder kennt das Problem, seinem Friesen Medikamente einzuflößen. So geht's einfacher:
Tabletten kann man gut in einem Apfel oder einer reifen Banane verstecken, da beides recht aromatisch schmeckt und so den Medikamentengeschmack überdeckt.
Pulver lässt sich gut in Mash verstecken oder mit dem normalen Futter einschmuggeln. Dann sollte man dem Ganzen allerdings etwas Öl hinzufügen und gut umrühren, so fällt das Medikament nicht durch.
Brausetabletten, zum Beispiel gegen Husten, löst man am besten in der Tränke auf, so muss der Friese das Medikament zwangsläufig trinken.

  1. Adressverzeichnis von Tierärzten und Tierkliniken
  2. sterile Wundauflagen ( am besten nicht klebende )
  3. Polstermaterial: Watte, Synthetikwatte oder Fertigverbände
  4. selbsthaftende elastische Bandagen und ausreichend Verbandsmaterial
  5. Klebeband, Rollenpflaster, Hanf für Huftamponaden, breite Watterollen
  6. Verbandschere und gebogene Schere
  7. desinfizierende Lösung: Polyvidonjod, Blauspray
  8. Wundsalbe zum Abdecken kleiner oberflächlicher Wunden
  9. Betaisadonna Salbe oder Tinktur, Ballistrol / Zinksalbe
  10. Wund und Heilsalbe Bephampen
  11. Koliktropfen Nux Vomica ( alle 15 Min. 10 Tropfen bis der Tierarzt kommt )
  12. Salbe gegen Verbrennungen , Sonnenbrand und Insektenstiche z.B. Systral Gel
  13. Augensalbe oder Tropfen z.B. Beberil
  14. Teebaumöl
  15. kühlende Sportsalbe, essigsaure Tonerde, Retterspitz für Schwellungen
  16. Hustenmittel mit Stoffbeutel fürs Halfter z.B ACC Akut oder B- Vetsan ( homöop )
  17. Tee, Kamille oder Pfefferminz gegen Darmverschlingungen oder Waschungen
  18. Rivanol für Augenverbände
  19. Fieberthermometer
  20. Einmalhandschuhe

 

Zusätzlich brauchbar können folgende Dinge sein:

 

  • Stethoskop ( mit ein wenig Übung kann man das Herz und die Atmung seines Pferdes selber hören )
  • Oberlippenbremse
  • Zeckenzange
  • Pinzetten (versch. Größe)
  • Einmalrasierer
  • Seitenschneider ( Bei Unfällen mit Draht gibt es Probleme beim Befreien )
  • Eisenabnahmewerkzeuge ( bestehend aus Abnahmezange und Nagelziehzange )
  • saubere Tücher, saubere Waschlappen, gekocht bei 95 Grad C.
  • Seife, Kernseife und Öl ( Babyöl )
  • Plastiktüten, Plastikflasche 1L
  • Kühlgel ( als Salbe und Packet )
  • Taschenlampe ( funktionsfähig )
  • Ersatzhalfter ( gut verstellbar )
  • Führstrick
  • Salben und Tinkturen

 

Bei harmlosen Remplern und Schürfwunden können Sie Sich den Tierarzt sparen - vorausgesetzt, Sie rüsten Ihre Stallapotheke mit dem wichtigsten Salben, Tinkturen und Sprays auf.

    Rivanol
    Früher war Rivanol in jeder gut geführten Stallapotheke vertreten. Die Tabletten zum Auflösen, die das Wasser quietschgelb färben, enthalten Äthacridin-Laktate, die entzündungshemmend und antimikrobiell wirken, also Bakterien, Pilze und andere Keime töten.
    Nach den EU-Richtlinien für die medikamentöse Behandlung lebensmittelliefernden Tieren, zu denen auch Pferde gehören, dürfen Pferde offiziell nicht mehr mit Rivanol behandelt werden. Für Menschen und Kleintiere ist Rivanol nach wie vor zugelassen.

    Jod
    Jod ist das gängigste Desinfektionsmittel. Das bekannteste Präparat ist Betaisodona, das beim Tierarzt oder in der Apotheke erhältlich ist. Jod bietet viele Vorteile: Es trocknet nässende Wunden und vernichtet sofort Bakterien, Pilze und andere Krankheitserreger. Außerdem hält die Wirkung länger als bei vielen anderen Desinfektionsmitteln. Jodpräparate können allerdings Kontaktallergien auslösen.

    Alkohol
    Falls das Friese Jod nicht verträgt, bieten sich alkoholische Desinfektionsmittel zum sprühen wie Spitacid und Kodan als Alternative an.

    Teebaumöl
    Teebaumöl ist als natürliches Antiseptikum besonders bei Anhängern alternativer Heilmittel sehr beliebt. Das ätherische Öl desinfiziert Wunden, kühlt und betäubt lokal, wirkt also schmerzstillend. Allerdings reagiert die Haut mancher Friesen empfindlich darauf; Vorsicht deshalb vor allem in der Nähe von Schleimhäuten.

    Sterile Kochsalzlösung
    Sterile Kochsalzlösung wird direkt aus der Spritzflasche oder mit einer Einwegspritze über die Wunde gegossen. Sie nutzt in der zweiten Phase der Wundheilung während sich unter dem Wundschorf Granulationsgewebe bildet - Bindegewebe, welches das zerstörte Gewebe ersetzt.

    Lotagen
    Lotagen bewirkt das Gegenteil von steriler Kochsalzlösung: Es dämmt übermäßige Granulation ein, die verhindert, das die Wundränder zusammenwachsen können. Neigt ein Friese zu Wildem Fleisch sollte man die Wunde zuerst mit Lotagenlösung betupfen und anschließend zur Desinfektion eine jodhaltige Salbe auftragen. Später kann man auch Lotagengel verwenden.

    Aluspray
    Aluspray hält Krankheitserreger von der Wunde fern, indem es die beschädigte Haut mit einer undurchlässigen Aluminiumschicht überzieht und nach außen abschirmt.

    Melkfett
    Melkfette haben eine ähnliche Wirkung wie Aluspray.

    Bebanthen
    Auch Bebanthensalbe bildet einen undurchlässigen Schutzfilm. Zusätzlich läßt sie die Wunde besser heilen.

    Zink
    Zink schirmt die Wunde noch besser ab als Bebanthen, und weil Zink neben Schwefel das Spurenelement mit der größten Beteutung für den Hautstoffwechsel ist, bringen Zinksalben auch die Wundheilung ordentlich auf Trab.

    Lebertran
    Manche Zinksalben enthalten zusätzlich Lebertran, der mit seinem hohen Vitamin-A-Gehalt die Hautoberfläche ernährt. Bewährt haben sich solche Zink-Lebertran-Salben zum Beispiel bei kleinen Verletzungen in den Maulwinkeln.

    Ringelblume
    Ringelblumensalbe ist eines der beliebtesten und effektivsten Wundheilmittel. Sie reinigt und desinfiziert die Wunde, regt die Granulation an, wirkt entzündungshemmend und zieht die Wundränder zusammen, damit diese besser verwachsen können.

    Arnika
    Arnika hemmt unter anderem das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Die Heilpflanze steckt vor allem in Salben. Aber auch Arnikatinktur soll, in Umschläge und Kompressen verpackt, hervorragend die Wunheilung beschleunigen. Doch Vorsicht: Die Flüssigkeit darf weder auf offene Wunden gelangen, noch darf das Pferd sie aus Versehen saufen.

    Aloe Vera
    Obwohl es in erster Linie ein Kosmetikum ist, therapieren US-Ärzte sogar Herzleiden, Krebs und radioaktive Strahlenschäden damit. Bei Pferden benutzt man Aloe Vera Gel oder Spray in weniger dramatischen Fällen. Neben Entzündungen, Infektionen und Sommerekzem lassen sich vor allem Schnitt-, Schürf- und Quetschwunden damit behandeln. Der Hauptwirkstoff baut sich in die Zellwand ein, schützt die Zelle vor chemischen Giften, stärkt das Immunsystem und tötet sowohl Bakterien als auch Viren und Pilze.

    Beinwell
    Beinwell, der Hauptbestandteil der Kyttasalbe, läßt geschwollene Wundränder schrumpfen. Solche Schwellungen entstehen, während sich die Blut- und Lympfbahnen in der Umgebung anders orientieren. In ihnen haben Krankheitserreger wesentlich leichteres Spiel. Trotzdem ist Kyttasalbe nicht bei jeder kleinen Abschürfung erforderlich. Und bei starken Schwellungen sollte ohnehin der Tierarzt kontrollieren, ob das Pferd unter Einschuß (Phlegmone) oder einem Stauungsödem leidet.

    Penatencreme
    Auch bei Friesen können Wunden nur dann problemlos verheilen, wenn die Haut elastisch bleibt und gut durchblutet wird. Diese Voraussetzungen schafft zum Beispiel Penatencreme. Mit ihrem natürlichen Wollfett und den Wirkstoffen Alantoin, Penthenol und Hamamelis hält sie die Haut geschmeidig.

 

Altes Friesengestüt

Wittenbergen

 

Birgit und Karsten Walther 

Alt Wittenbergen 7

25548 Wittenbergen

Telefon: 04822 6369

FAX: 04822 378 5801

info@altes-friesengestuet-wittenbergen.de

HINWEISE:

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